Wie alles begann

Hier sitze ich nun also, gut zehn Monate nach meinen ersten Handlettering-Versuchen. In dieser Zeit hat sich nicht nur meine Schönschrift geändert, sondern auch, was ich daraus mache. Auf das Handlettering bin ich eigentlich nur durch ein blödes Missgeschick gekommen: ich leerte während der Vorlesung Kaffee auf meinen Schreibblock und wollte die entstandenen Flecken mit einem Zitat in Schönschrift aufwerten. So habe ich aus dem Internet einen Spruch abgepaust – das war mein erstes Lettering. Was als gemütliche Nebenbeschäftigung als kreativen Ausgleich zu meinem Studium begann, wurde rasch zur Sucht – kein Abend verging mehr ohne Stift, kein Ausflug in die Stadt ohne Besuch in der Papeterie. Nach fast zwei Monaten intensivem Üben traute ich mich schliesslich, meine Kritzeleien auf Instagram zu veröffentlichen. Rückblickend sind diese Werke eher weniger schön, aber damals war ich ziemlich stolz, nach nur so kurzer Zeit solche nach Handlettering aussehenden Handletterings machen zu können!

Zu Beginn hätte ich nicht gedacht, dass die Lettering-Community auf Instagram so gross ist, und schon gar nicht, dass sie nur aus hilfsbereiten, ermutigenden, fröhlichen und authentischen Menschen besteht. Dieser virtuelle Freundeskreis hat mich enorm motiviert und inspiriert, weiterzumachen und vor allem Neues auszuprobieren und mich zu getrauen. Deshalb hier ein riesiges Dankeschön an euch alle, ihr dürft euch mal eine Runde auf die Schulter klopfen!

Instagram ist in der Hinsicht gefährlich, dass man ganz viele tolle Stifte, Papiere und Techniken sieht, die man natürlich alle selbst haben bzw. ausprobieren muss. Der finanzielle Schaden hält sich in meinem Fall noch in Grenzen, da ich von Natur aus sehr sparsam bin und deshalb häufig die günstigere Version kaufe – vor allem für den Anfang reichen diese Produkte dann auch völlig aus, um bereits tolle Ergebnisse zu erzielen. So habe ich zum Beispiel mit ganz normalen Finelinern, Bleistiften und alten Filzstiften begonnen und konnte ein Gefühl für das Lettering bekommen, ohne zig teure Stifte zu verschwenden. Auch fürs Aquarellieren hatte ich anfangs die günstigste Palette ausgesucht (welche ich auch jetzt noch regelmässig benutze!). Mit der Zeit kamen natürlich auch teurere Anschaffungen dazu, zu deren Kaufzeitpunkt wusste ich dann jedoch bereits, ob mir diese überhaupt dienen.

Was ich mit meiner Geschichte sagen will, ist, dass jede und jeder das Handlettering lernen kann und dass es dafür (zu Beginn) keine exquisiten Stifte und Papiere braucht – Ein Ikea-Bleistift und eine Serviette reichen schon völlig aus, um zu beginnen! Es braucht auch keine schöne Handschrift, denn Lettering hat in diesem Sinn nichts mit „normalem“ Schreiben zu tun. Ich in meinem Fall wusste nicht einmal, dass ich zeichnen kann, aber auch das kommt – wie das Lettering – mit der Übung.

Deshalb möchte ich euch ermutigen, es einfach zu versuchen. Im schlimmsten Fall kommt das Blatt in den Abfall – und sonst könnt ihr zehn Monate später eure eigene Webseite erstellen 🙂

 

 

 


Leave a Reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.