Brushlettering-Material zum Starten

Gerade als Brushlettering-Neuling wird man anfangs mit der Materialfülle, die (vor allem) im Netz angeboten wird, überfordert. Will man sich über verschiedene Brushpens und geeignete Papiere informieren, endet das also ziemlich bald in einem Chaos. Ich hatte damals als allerersten Brushpen einen Tombow ABT Dual Brush Pen gekauft (weil den einfach alle haben) und war total ernüchtert, weil ich damit überhaupt nichts anfangen konnte und er nach einigen Stunden ausgefranst war. Tja, da hat wohl eine mit dem falschen Stift und Papier begonnen (mittlerweile liebe ich die Tombows).

Deshalb stelle ich hier einige Stifte und Papiere vor, mit welchen sich zu Beginn super üben lässt.

 

Stifte

Grundsätzlich wird hier zwischen Fude Pens, Filzpinselstiften und klassischen Pinseln unterschieden. Die Pinselspitze der drei Arten variiert hier vor allem in ihrer Festigkeit: während klassische Pinsel aus vielen Haaren bestehen, sind diese bei Brushpens kompakter und können so nicht so leicht ausfransen, und bei Fude Pens sind die Spitzen derart kompakt, dass sie praktisch unkaputtbar sind. Deshalb empfehle ich Anfängern, die ein Gefühl für den Umgang mit Brushpens bekommen wollen, erst einmal mit Fude Pens zu starten. Dank ihrer Spitze kann man sie wirklich kaum kaputt machen, und sie verzeihen einem sowohl eine falsche Haltung wie auch zu viel Druck – der perfekte Stift also, um zu üben!

Mein lieblings-Fude ist der Tombow Fudenosuke Hard. Seine Spitze ist unglaublich fest und lässt sich super kontrollieren. Gleichzeitig blutet er nicht stark aus, sodass kein spezielles Papier dazu verwendet werden muss.

tombow fudenosuke hard-01Tombow Fudenosuke Hard

 

Wer einen etwas flüssigeren Stift bevorzugt, kann den Pentel Brush SignPen ausprobieren. Auch dieser ist gut zu kontrollieren, wobei die Spitze minim grösser ist als jene des Tombows und dadurch etwas mehr Übung braucht. Der Vorteil der Pentel Fudes ist, dass es sie in diversen Farben gibt, sodass man nicht immer nur schwarz-weiss sieht.

pentel brush sign pen-01Pentel Brush SignPen

 

Der Nachteil an den Fude Pens ist die Pinselgrösse: die Spitzen sind allesamt relativ klein, sodass sie eher für kleine Letterings geeignet sind. Wer’s grösser mag, kann auch direkt mit den Filzpinselstiften beginnen, diese sind zwar weniger robust als die Fudes, sterben aber auch nicht gleich ab einer falschen Bewegung

Hat man die Grundbewegungen des Brushletterings mit den Fude Pens geübt und ist mit den Schwüngen vertraut, kann man etwas mehr Abwechslung in die Pinselwelt bringen. Als nächsten Schritt rate ich nun zu Filzpinselstiften, diese haben grundsätzlich grössere Spitzen, die dadurch jedoch auch schwieriger zu kontrollieren sind. Hier sind die Tombow ABT Dual Brush Pens am bekanntesten, auch weil sie eine riesige Farbauswahl anbieten. Anfangs kann einen die relativ grosse Spitze jedoch einschüchtern, weil man damit grosse Buchstaben malen muss. Von Vorteil ist die Robustheit dieser Spitzen, sie halten wirklich viel Druck (auf dem richtigen Papier, siehe unten) aus.tombow abt-01Tombow ABT Dual Brush Pen

 

Wem die Tombows zu gross sind, empfehle ich als kleinere Grösse die Pitt Artist Pens von Faber-Castell – ihre Spitze ist viel kleiner als die des Tombows und fühlt sich schon ziemlich pinselig an. Dadurch sind sie jedoch auch schwierigen zu kontrollieren und heikler, sodass man bereits etwas Übung haben sollte, will man sie nicht bald entsorgen müssen.

 

pitt artist pen-01Faber-Castell Pitt Artist Pen

Schliesslich kommen die richtigen Pinsel ins Spiel. Hier gibt es von ganz günstig bis unbezahlbar alles. Grundsätzlich bin ich der Meinung: mit günstigen Exemplaren beginnen und sich dann steigern. Es bringt nichts, von Anfang an einen teuren Pinsel zu kaufen, wenn man hauptsächlich damit üben will, denn auch ein teurer Pinsel geht kaputt. Lieber mit günstigen beginnen, auch mit diesen kann man bereits tolle Ergebnisse erzielen und vor allem kriegt man ein Gefühl für die Bewegungen.

 

Papier

Hier kommt es wieder drauf an, ob ihr mit Fude, Filzstift oder Pinsel arbeitet, denn je nachdem muss ein anderes Papier verwendet werden. Während die Spitze des Fudes auf zu rauhem Papier nicht kaputt geht, setzt dieses den Filzspitzen ziemlich zu. Aber auch Fudes schreiben flüssiger und lassen sich besser auf glattem Papier ziehen. Ich verwende das Papeteria Premium Color-Laser Kopierpapier – es ist preiswert und unglaublich glatt. Zudem ist es in 100, 120 und 160 g/m² erhältlich, sodass man das günstigere leichte zum normalen Üben und das schwere bereits für Karten oder Bilder verwenden kann.

Will man mit richtigen Pinseln und Wasserfarbe arbeiten, ist ein Aquarellpapier unabdingbar. Dieses saugt das Wasser nicht so fest auf wie herkömmliches Papier und wellt sich dadurch nicht. Aquarellpapier ist eher teuer, aber auch hier gibt es günstige Varianten. Ich benutze momentan das Aquarelle 300 (300g/m²) von Boesner und bin zufrieden damit.

Merke: Egal, wie gut der Stift und das Papier sind, ohne Übung geht es nicht 😉 aber diese Tipps sollten für weniger Kopfzerbrechen und Materialverschleiss sorgen!