Troubleshooting: Folieren mit dem Laminiergerät

In diesem Blogpost verrate ich euch wertvolle Tipps und Tricks, auf was es beim Folieren mit einem Laminiergerät ankommt, denn ganz ehrlich: wenn es funktioniert, macht Folieren Spass – wenn nicht, braucht es Nerven ohne Ende!

Bevor wir starten, möchte ich einen Überblick schaffen, welche Methoden für Folierungen es gibt, und wie diese funktionieren:

  1. Heissfolienprägung mit Hitze und Druck: Hierfür braucht es spezielle Maschinen, mit welcher die Heissprägefolie mit Hitze und Druck von einem Prägestempel auf das Papier gedruckt werden. Diese Variante ist nichts für den Hobbygebrauch, da die Geräte sehr teuer sind. Eine Alternative dazu ist der Foil Quill Pen, welchen es zum Freihandzeichnen oder als Einsatz für den Plotter gibt.
  2. Heissfolienprägung mit Hitze: Um diese Variante geht es nachher: mit Hitze wird die Folie auf eine Trägerschicht (Lasertoner) übertragen. Hierfür wird ein Laserdrucker und ein Laminiergerät verwendet und ist somit einfacher Zuhause umsetzbar.
  3. Heissfolienprägung mit Leimstift: Dies ist die einfachste Variante, da nur ein Leimstift benötigt wird. Damit kann auf dem Papier geschrieben/gezeichnet werden; auf den klebrigen Flächen bleibt durch Reibung die Folie kleben. Hier habe ich schonmal eine Anleitung dazu geschrieben.

Heissfolienprägung mit Hitze (Laminiergerät)

Diese Variante wirkt, im Vergleich zur „einfachen“ Methode mit dem Leimstift, viel professioneller, da sie detaillierter und vor allem auch kratzfester und somit langlebiger ist. Damit alles funktioniert, braucht ihr diese Geräte/Materialien:

  • Laserdrucker
  • Laminiergerät / MINC
  • glattes Papier
  • Heissprägefolie

Und da sind wir auch schon beim springenden Punkt, denn das Zusammenspiel dieser Komponenten ist entscheidend für ein gutes Resultat. Heisst, dass zum Beispiel der Drucker schön drucken muss, das Laminiergerät die richtige Hitze hat, das Papier genug glatt ist, die Folie die richtige ist, … – Kurz: es kann viel schiefgehen. Und da ich euch meine anfänglichen Fehlversuche ersparen möchte, teile ich hier meine wertvollsten Erkenntnisse.

RECAP: Heissfolienprägung mit Laserdrucker und Laminiergerät

Bei dieser Art der Folierung wird im ersten Schritt das gewünschte Motiv mit einem Laserdrucker schwarz ausgedruckt (von Hand geschriebene Motive müssen folglich zuerst eingescannt werden). Das gedruckte Motiv wird nun mit der Heissprägefolie drauf zwischen zwei Backpapiere (oder in spezielle Schutzhüllen) gelegt und durch das Laminiergerät gelassen. Dadurch bleibt die Heissprägefolie dank der Hitze auf der Tonerfarbe kleben.

Laserdrucker

Hier haltet sich der Fehlerspielraum in Grenzen, solange der Drucker anständig druckt ;). Achtung: Ein normaler Inkjet Drucker funktioniert nicht!

Laminiergerät / MINC

Hier kommt es schon etwas mehr drauf an, was für ein Gerät ihr habt, denn je nach Hitze kann die Folierung besser oder schlechter geraten. Ich verwende das originale Minc Gerät von Heidi Swapp, das speziell für die Heissfolienprägung konzipiert wurde. Ich weiss aber, dass viele mit einem herkömmlichen Laminiergerät gute Ergebnisse erzielen! Hier gilt vor allem eins: ausprobieren! Ich habe mit verschiedenen Wärmestufen und Papieren Tests gemacht, bis ich bei jedem Papier die „beste“ Stufe gefunden habe (macht euch Notizen!). Falls ihr kein Laminiergerät habt, versucht es mal mit einem Bügeleisen, das klappt anscheinend auch 🙂

Glattes Papier

Diese Komponente heisst nicht umsonst glattes Papier, denn das ist leider ein Nachteil dieser Foliertechnik: Die Folie bleibt nur auf glattem Papier schön haften; auf grob strukturiertem Papier fällt das Ergebnis nicht schön gleichmässig deckend aus und man sieht teilweise die schwarze Tonerfarbe durch die „löchrige“ Folienschicht.

Auch beim Papier geht Nichts übers Probieren. Ich für mich weiss, dass glatte Papiere wie Transparentpapier oder Etikettenbögen (die ich für meine Sticker brauche) gut funktionieren. Bei Kartenpapieren ist es dann schon schwieriger. Die Papeteria Faltkarten aus der Migros haben eine sehr glatte Oberfläche und funktionieren bei mir super – leider gibt es sie nicht in vielen Farben…

Ein weiteres „Problem“ ist, dass das Papier auch mit dem Drucker kompatibel sein muss. Mein Drucker beginnt nach einigen Karten zu schmieren, da muss ich immer wieder Pausen einlegen, damit er abkühlen kann.

Heissprägefolie

Schliesslich kommt es natürlich auch auf die Heissprägefolie an sich an. Anscheinend gibt es verschiedene Fabrikate; einige funktionieren, andere nicht. Falls euch das Problem aus folgendem Bild bekannt vorkommt und es mit Reduktion der Hitze nicht besser geworden ist, liegt es ziemlich sicher an der Folie.

Problem: Statt nur auf der Lasertonerfarbe bleibt die Folie auf dem gesamtem Papier haften

Ich hatte das Problem auch schon mit Folien von einem grossen chinesischem Onlinehandel… Die Folien, welche für den Foilquill gemacht sind, funktionieren auch nicht. Originale Minc Folien oder jene aus meinem Shop funktionieren bei mir (wenn alle anderen Komponenten stimmen 🙂 …) am allerbesten.

Was ich auch gemerkt habe: Folie, die schon einmal durchs Laminiergerät ging, klebt nicht mehr gleich schön wie neue Folie. Das bedeutet leider, dass ihr freie Flächen, welche nach einem Folierdurchgang noch übrig wären, nicht ausschneiden und nochmals verwenden könnt. Falls ihr aber einen Leimstift habt, könnt ihr diese freien Flächen trotzdem dafür noch verwenden 🙂

Ausserdem sollte zwischen Papier und Folie kein Staub sein, da dieser die Verschmelzung der Folie mit dem Toner verhindert und Löcher in die Folierung macht.

Habt ihr noch weitere Tipps, wie das Folieren noch besser klappt? Teilt eure Erfahrungen gerne in den Kommentaren. Auch Fragen könnt ihr da natürlich stellen, wenn es immer noch irgendwo harzt.

Ansonsten wünsche ich euch viel Spass, solltet ihr euch ans Folieren wagen 🙂


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